Falträder
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Die Geschichte vom Faltrad ?
Anfang der 70er Jahre begann die Klappradwelle. Auf ihrem Höhepunkt 1975 entfielen 35 Prozent des Fahrradabsatzes auf diesen Fahrradtyp. Ein kulturgeschichtlich kaum erforschtes Phänomen, das einige Zeitgenossen folgendermaßen erklärten: Das Wirtschaftswunder bescherte den Deutschen Freizeit und ein Auto, nun wollten sie mit dem schönen Stück ins Grüne, um dort ihr Wohlstandsbäuchlein abzutrainieren. Doch ein normales Fahrrad passte nicht in das deutsche Standardmobil VW-Käfer. So wurden Klappräder populär.

Dabei sind Klappräder keine Erfindung der 70er. Erste Falträder gab es bereits im vergangenen Jahrhundert. Vor allem Militärs hatten Interesse an einem leicht transportablen Rad. So waren britische Fallschirmjäger im zweiten Weltkrieg mit dem "Paratrooper" ausgerüstet, der in der Mitte des Rahmens ein Scharnier zum zusammenklappen hatte und den sie sich beim Absprung auf den Rücken schnallten, um im Feindgebiet schnell aus dem Schussfeld zu gelangen.

Die zum Teil recht soliden Konstruktionen älterer Bauart spielten in den 70ern keine Rolle mehr: Masse statt Qualität hieß das Motto der Hersteller. Der Boom dauerte denn auch nicht lange, denn viele der billigen "Klapperkisten" gaben ihren Geist schnell auf und vergammelten alsbald auf den Dachböden der Republik. Heute sieht man Exemplare aus dieser Zeit nur noch selten im Straßenverkehr.

Wegen der mangelhaften Qualität in den 70ern ist der Begriff "Klapprad" heute nicht mehr marktfähig. Die Hersteller legen nun Wert auf den Begriff "Faltrad". Eine Reihe von ihnen haben mit pfiffigen Konstruktionen auf sich aufmerksam gemacht.

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Sie suchen klein zusammenfaltbare und kompakte Falträder / Klappräder die in vielen Situationen praktisch sind. Als Camper, Berufspendler oder Zugreisender schätzen Sie die Flexibilität der Falträder / Klappräder bei gleichzeitig sehr niedrigem Platzbedarf. Das positive Fahrverhalten moderner Modelle zeigt sich besonders in engen Innenstädten oder beim ruhigen Geradeauslauf. Fazit: Sie suchen leichte und wendige Falt- oder Klapp Fahrräder, die sich mit wenigen Handgriffen auf Handgepäckgröße zusammenfalten lassen.

Falträder sind flexibel
Falträder werden populärer und verkaufen sich immer besser. Das liegt zum einen daran, dass einige neuere Konstruktionen wie "große" und damit vollwertige Räder fahren. Ihr wesentlicher Vorteil ist jedoch die hohe Flexibilität: Sie passen in den Kofferraum, so dass Pendler bis zur Stadtgrenze fahren und mit ihrem kleinen Flitzer dem Stau entgehen können. Man kann Falträder auch in alle öffentlichen Verkehrsmittel mitnehmen: Ob Bus oder U-Bahn, Taxi oder Fähre - selbst zur Stosszeit alles kein Problem.

Wer sein Faltrad mit in die Bahn nehmen möchte, muss dafür normalerweise extra bezahlen. In Fernverkehrszügen ist zusätzlich eine Stellplatzreservierung erforderlich. Und im ICE ist die Mitnahme gar nicht möglich. Anders bei Falträdern: Diese gelten als kostenloses Handgepäck, sofern sie komplett verpackt sind, etwa in einer Überstülp-Hülle, Tasche oder einem Koffer. Auskünfte erteilen die Mitarbeiter in den DB Reise-Zentren und unter der Radfahrer-Hotline 01805 / 15 14 15 (gebührenpflichtig). Im ICE passen viele Modelle in den Zwischenraum zwischen den Rücken an Rücken angeordneten Sitzen.

Auch im Flugzeug kann man günstige Falträder mitnehmen: Allerdings sollte man sie dafür in einem festen Koffer aufgeben, sonst muss man sie nach der Ankunft vielleicht erst einmal reparieren - sofern man am Ziel überhaupt Ersatzteile bekommt. Namhafte Hersteller bieten auch Koffer für ihre Falträder an, mit denen man sie auch im Flugzeug bedenkenlos transportieren kann. Koffer und Faltrad bringen aber schon eine Menge Gewicht mit, so dass für das eigentliche Gepäck nicht mehr viel Kapazität bleibt bzw. Übergepäck bezahlt werden muss. Manche Koffer sind zudem so groß, dass man sie am Schalter für Sondergepäck aufgeben muss. Am Flughafen geht es dann per Taxi weiter, weil man den Koffer sonst nicht mitbekommt. Außer man hat ein Bike Friday (dazu später mehr). Einige der Koffer passen auch nicht in Schließfächer.

Ein weiterer Vorteil von Falträdern ist, dass man sie fast überall hin mitnehmen kann, statt sie auf der Straße abstellen zu müssen. Ob im Cafe oder in der eigenen Wohnung: Vor Dieben sind sie leichter zu schützen.

Falträder fahren gut
Die meisten Falträder haben relativ kleine Laufräder - anders ließe sich ein kleines Faltmaß kaum erreichen. Das heißt aber noch lange nicht, dass man mehr treten muss als bei einem großen Rad. Damit man sich nicht zu "Tode" strampelt ist das richtige Übersetzungsverhältnis - auch Entfaltung genannt - wichtig. Das ist die Strecke, die man mit einer Kurbelumdrehung zurücklegt. Kleine Laufräder werden durch eine größere Übersetzung des Antriebs ausgeglichen. Mit sportlichen Falträdern fährt es sich deshalb genau so schnell und mit gleicher Trittfrequenz wie mit einem konventionellen Rad.

Zwar ist der Rollwiderstand kleiner Laufräder theoretisch größer, da sie sich bei gleicher Strecke öfter drehen müssen als große. Wichtiger als die Größe des Rades sind aber Luftdruck, Reifenbreite und Profil. Ein breiter Reifen läuft bei gleichem Druck leichter als ein schmaler. Hoher Luftdruck verringert den Rollwiderstand. Bei vielen Falträdern kann mit einem Druck von bis zu sieben Bar gefahren werden, wodurch das Rad sehr gut rollt. Da der Reifen aber bei diesem Druck sehr hart wird, ist es für die Fahrdynamik wichtig, dass das Faltrad eine Federung besitzt, denn ein harter Reifen kann Stöße nicht so gut auffangen. Die Federung ist auch deshalb wichtig, weil kleine Räder die Bodenunebenheiten mehr aufnehmen als große. Eine Federung macht das Rad komfortabler und verleiht ihm eine bessere Bodenhaftung. So schluckt eine Vollfederung ein Drittel der Vibrationen und schont Rücken und Gelenke. Die ungefederte Masse, also alles was nicht gefedert ist, sollte gering sein. Das betrifft vor allem den Gepäckträger. Dieser sollte am Rahmen befestigt sein. Das daran befestigte Gepäck ist dann mitgefedert und die Federung wird wenig beeinflusst.

Ein Faltrad muss nicht wackelig sein. Bei sehr billigen Falträdern mit vielen Gelenken ist eine gewisse Instabilität zwar normal. Auf hochwertigen Falträdern hat man aber ein ruhiges und sicheres Fahrgefühl wie auf einem normalen, großen Rad. Wichtig ist ein stabiler Rahmen, damit das Rad nicht "schwimmt". Übrigens: Weil kleine Räder leicht sind lassen sie sich einfacher beschleunigen, denn sie haben ein geringeres Trägheitsmoment. Das ermöglicht "Quickstarts" an der Ampel.

Natürlich haben Falträder auch Nachteile: Aufgrund ihrer geringen Größe ist ihre Kapazität für die Gepäckmitnahme geringer als bei einem konventionellen Rad. Als Reiserad eignen sie sich deshalb nur bedingt. Zudem sind Falträder teurer als vergleichbare konventionelle Räder, da man den höheren Entwicklungsaufwand aufgrund zahlreicher Spezialteile mitbezahlt und da geringere Stückzahlen gebaut werden.

Sechs Falträder im direkten Vergleich
Wir haben uns sechs Modelle genauer angesehen: Das VW-Rad "Biker" für 699 €, das "Helios XL" vom US-Hersteller Dahon (799 €), das Brompton aus England (1.119 €), die Modelle "Frog" (1.111 €) und "Birdy Blue" mit Vollausstattung (1609 €) vom Darmstädter Hersteller Riese und Müller sowie das ebenfalls voll ausgestattete Bernds für circa 1.600 €.

Wie falten sie sich?
Alle Modelle lassen sich mit etwas Übung in circa 15 - 60 Sekunden falten, wobei das Brompton durch seinen intelligenten und einfachen Faltmechanismus hervorsticht. Große Unterschiede gibt es dagegen beim Faltmaß: Das Frog findet mit seinen 63 x 48 x 29 Zentimetern noch im kleinsten Kofferraum Platz und eignet sich damit ideal für Wohnmobilisten und Jachtbesitzer. Zumindest Letztere dürften auch das nötige Kleingeld für den Winzling haben. Mit 60 x 58 x 27 Zentimetern ist das gefaltete Brompton kaum größer. Im gefalteten Zustand rollt es auf zwei kleinen Rollen am Gepäckträger. Aufgrund des eleganten Faltmechanismus ist es damit das ideale Pendlerrad. Etwas mehr Platz im Kofferraum benötigt das Birdy mit 79 x 59 x 36 Zentimetern. Praktisch voll war der Kofferraum eines Golf IV, wenn wir darin das VW-Rad (82 x 68 x 32) oder das Dahon (81 x 67 x 33 cm) verstauten. Mit dem Bernds (90 x 75 x 20 cm) ließ sich die Klappe nicht mehr schließen. Hier hätten wir das Vorderrad ausbauen müssen, um es unterzubringen.

Was wiegen Falträder?
Auch das Gewicht des Bernds spricht gegen einen Einsatz als Pendlerrad: Mit 16,4 Kilo war unser komplett ausgestattetes Modell das mit Abstand schwerste Rad im Test. Ebenso gut ausgestattet ist das Birdy Blue mit 13,4 Kilo wesentlich leichter. Das Dahon war ohne Beleuchtung mit 12,8 Kilo kaum leichter. Das VW-Rad wiegt 13,2 Kilo, obwohl es in der Test-Version nicht mal über Gepäckträger oder Schutzbleche verfügte. Das voll ausgestatte Brompton wiegt 12,9 Kilo. Mit 10,7 Kilo ist das Frog (ohne Gepäckträger) das Leichtgewicht im Test.

Frog - das Platzwunder
Das Frog ist mit einer 3-Gang-Nabenschaltung (optional mit Rücktritt) und V-Brakes ausgestattet. Für 1205 € bekommt man den mintgrünen Zwerg mit einer 5-Gang-Schaltung. Eine im Sattel integrierte Dioden-Lichtanlage sowie Schutzbleche und Seitenständer sind serienmäßig. Optional ist ein Gepäckträger für 50 € sowie eine Schutzhülle erhältlich. Die Diodenbeleuchtung des Frog ist im Sattel pfiffig untergebracht. Dadurch kann sie nicht geklaut oder vergessen werden. Sie entspricht allerdings nicht der StVZO. Und wenn man einen langen Mantel trägt, verdeckt dieser das Licht. Eine Frontlampe kann am Lenker angebracht werden.

Trotz der winzigen 12-Zoll-Laufräder fährt es sich erstaunlich gut. Die breiten Reifen und die Federung schlucken Unebenheiten weg. Doch bei schnellem Anfahren an der Ampel kann der Lenker verreißen, außerdem wird das Frog bei plötzlichen Lenkbewegungen etwas wackelig. Riese und Müller gibt 25 Jahre Garantie auf Rahmenbruch und die Hinterradschwinge.

Brompton - das Pendlerrad
Das Brompton hat 16"-Laufräder und ist mit 3-Gang-Nabenschaltung sowie der Kombination von 3-Gang-Nabenschaltung und zwei Ritzeln als 6-Gang-Variante erhältlich. Diese Version für 1119 € haben wir gefahren. Optional ist eine 6-Gang-Version mit einem im Tretlager integrierten Zweigang-Getriebe erhältlich, welches den Übersetzungsbereich verdoppelt. Die einfachste Brompton-Variante mit 3-Gang-Nabenschaltung aber einfachsten Komponenten und ohne jedes Zubehör wie etwa Schutzblechen kostet 629 €. Eine Schutzhülle, etwa für die Bahn, ist ab 56 €, ein stabiler Transportkoffer ab 149 € erhältlich.

Das Brompton fährt sich viel ruhiger als das Frog. Man sitzt aufrecht und gemütlich. Aufgrund der hervorragenden Falteigenschaften ist es das ideale Pendlerrad. Für sportliche Fahrer ist es aber kaum geeignet, der Lenker wirkt wackelig und die Bremsen sind nur Mittelmaß. Gewöhnungsbedürftig: Hebt man das Rad am Sattel an, klappt das Heck weg und der Faltvorgang beginnt auch ungewollt. Vorteil: In dieser Position kann man das Rad auf dem Gepäckträger parken. Andererseits kann es nerven, wenn das Heck wegklappt, sobald man das Rad eine Treppe hinauftragen möchte. Die Garantie auf Rahmen und Gabel des Brompton beträgt fünf Jahre, bei allen anderen Teilen gilt die gesetzlich vorgeschriebene zweijährige Garantie.

Birdy - der Sportler
Mit seinen 18-Zoll-Laufrädern ist das Birdy ein guter Kompromiss aus wendigem Stadtflitzer und sportlichem Tourenrad. Das Birdy hat bisher fast jeden Vergleichstest für sich entschieden und ist auch bei unseren Testfahrern am besten weggekommen. Wie das Frog ist es voll gefedert. Erhältlich ist es mit 7-Gang-Nabenschaltung, 7-Gang-Kettenschaltung, 3x8-Schaltung, 9-Gang-Kettenschaltung und der 14-Gang-Nabenschaltung von Rohloff. Die 3x8-Schaltung am Birdy Blue bietet einen riesigen Übersetzungsbereich. Da hierbei drei Gänge per Nabe geschaltet werden, kann man auch im Stand - etwa an der Ampel - schalten. Das einfachste Birdy-Modell "Red" mit 7-Gang-Kettenschaltung kostet 1179 € und wiegt nur 10,7 Kilogramm. Eine Schutzhülle für das Birdy ist für 43 € erhältlich, eine Rucksacktasche kostet 100 € und den passenden Transportkoffer gibt es für 260 €. Dieser muss am Flughafen allerdings am Schalter für Sondergepäck aufgegeben werden.

Besonderes Merkmal des Birdy ist die Doppelfunktion der Drehgelenke als Schwingenlager und Faltgelenk. Durch den Kniff, die Drehpunkte der Schwingen zum Federn und Falten zu nutzen, kann auf Gelenke im Hauptrahmen verzichtet werden. Die Federgabel beim Birdy ist eine sogenannte "geschobene Schwinge". Vorteil: die Federung spricht sehr sensibel an, und beim Bremsen taucht das Rad kaum vorn ein.

Birdys werden gerne "nackt", also ohne Ausstattung, gekauft. Für diesen Zustand ist der Faltmechanismus offenbar ausgelegt. Das hintere Schutzblech kann beim Falten nämlich leiden, sofern es nicht durch den SL-Gepäckträger geschützt ist.

Auch beim Birdy gibt Riese und Müller 25 Jahre Garantie auf Rahmenbruch und die Hinterradschwinge. Das Angebot an Zubehör ist sehr groß.

VW-Rad
Das "Biker" mit dem VW-Emblem wird von der Firma Checker Pig gebaut und über die VW-Händler vertrieben. Für 699 € wird es mit einer Schutzhülle ausgeliefert. Mit Vollausstattung ist es leider nicht lieferbar, anfangs hieß es vom Lieferanten sogar, es gäbe überhaupt kein Zubehör. Nun sind aber doch ein Gepäckträger (Höchstzuladung 5 kg), Steckschutzbleche sowie Batterielichter zum Anklemmen (die allerdings laut StVZO nicht zugelassen sind) im Angebot.

Die Gänge wechselt man mittels einer 4-Gang-Shimano-Nexus-Schaltung. Das Biker macht einen soliden Eindruck. Seine serienmäßigen Stollenreifen mögen im Gelände von Vorteil sein, auf der Straße beeinträchtigen sie allerdings Tempo und Laufruhe.

Dahon - auch für den kleineren Geldbeutel
Die US-Firma Dahon baut seit 1982 Falträder mit Klappmechanismus nach Art der 70er Jahre, allerdings in besserer Qualität. Experten bescheinigen der Firma ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis, schließlich kostet das günstigste Dahon "nur" 299 €.

Wir fuhren das Modell "Helios XL" für 799 € mit 7-Gang-Schaltung und waren von dessen Fahreigenschaften enttäuscht. Es fährt zwar ruhig, doch bei hohem Tempo wirkt es unsicher und flatterig. Dazu trägt sicher der extrem lange und schlecht verarbeitete Teleskop-Vorbau bei. Der obere Schnellspanner dient der Höhenverstellung des Lenkers. Ist dieser nicht richtig verschlossen, kann sich der Lenker während der Fahrt verdrehen. Hier gibt es zwei Kritikpunkte: Zum einen wird eine sehr hohe Klemmkraft benötigt, um besagte Schnellspannschraube zu verschließen, welche sicher nicht von allen Nutzern aufgebracht wird. Zum anderen verbiegt sich die Schnellspannschraube, wenn man versucht, sie wirklich festzuziehen. Doch die Lenksäule hatte auch dann noch etwas Spiel, wenn wir die Schraube extrem fest anzogen. Hier sollte der Hersteller dringend für eine bessere Passung sorgen. In der vorliegenden Form können wir das Dahon Helios XL nicht empfehlen.

Bernds - ideal für große Menschen
Das Bernds gibt es mit 4- oder 7-Gang-Nabe oder - als Tourenversion - mit der 3x7-Kettenschaltung von Sachs. Ein Öl- und wartungsfreier Zahnriemenantrieb ist ebenfalls möglich. Dank der relativ großen 20-Zoll-Räder hat es einen ruhigen Geradeauslauf und eignet sich in der 21-Gang-Version auch für größere Touren. Dafür gibt es sogar einen speziellen Vorderradgepäckträger für Packtaschen als Zubehör. Als einziges Rad im Test ist es auch für Menschen über zwei Meter Größe geeignet. Für große Fahrer gibt es eine extra lange Sattelstütze bzw. Lenkerstange.

Im Fahrtest schneidet das Bernds gut ab: Es fährt sich wie ein großes Rad und sehr sportlich. Mit Hinterradfederung bietet es zudem genügend Komfort. Negativ schlagen das große Faltmaß, das hohe Gewicht und der hohe Preis zu buche. Bernds gibt zehn Jahre Garantie auf den Rahmen und wichtige Teile.

Billigfalträder
Entdeckt haben wir es in einem Möbelmarkt zwischen Sofas und Küchentischen: Das Faltrad "Funny" von Alesa-fit für 99 €. Faltrad-Experte und Buchautor Gunnar Fehlau lässt allerdings kaum ein gutes Haar an dem Billigrad made in Taiwan: In den Reifen sind kaum 3,5 Bar Luftdruck zugelassen und die Blechbremsen erinnern an die 80er Jahre. Diese verwinden sich schnell, zudem werden billige Gummiklötze auf verchromte Felgen gepresst, wobei eine gute Bremswirkung nicht zu erreichen sei. Die Schnellspanner seien wenig formschlüssig und der Vorbau viel zu weich. Insgesamt habe der Rahmen "sehr viel Eigendynamik". Fehlaus Fazit: "Fahrspaß wird man damit nicht haben."

In der Möbelmarkt-Version hat das Faltrad Funny auch keine Gangschaltung, die bietet Alesa-fit aber neuerdings an, ebenso wie andere Extras - gegen Aufpreis. Unser Fazit: Zum Brötchenholen geht´s, aber es ist nichts für große Touren und große Leute. Die stoßen beim Radeln nämlich mit dem Knie leicht gegen den Lenker, das kann die Fahrt abrupt beenden. Andererseits gibt es Kunden, die ein Faltrad nur zwei- bis dreimal im Jahr verwenden, und die werden kaum 1000 € ausgeben wollen.

Wer allerdings ein Billigrad zum Beispiel im Baumarkt kaufen will sollte folgendes wissen. Dort sind die Räder nur vormontiert, die Endmontage muss der Käufer übernehmen. Geht dabei etwas schief - die Wahrscheinlichkeit ist bei der "Qualität" der meist verbauten Billig-Teile nicht gering - und es passiert anschließend etwas, dann hat der Kunde den Schwarzen Peter. Also besser im Fachhandel kaufen, denn dort erhält man ein korrekt montiertes Rad samt Service. Allerdings hat das seinen Preis.

Zerlegeräder
Manche sogenannten Falträder lassen sich gar nicht ohne Werkzeug auf das kleinste Faltmaß bringen. Man kann sie zwar auch "zerlegen" und im Kofferraum verstauen, nur dauert das eben länger als bei einem klassischen Faltrad. Wir stellen zwei Vertreter aus diesem Bereich vor: Den Klassiker Moulton sowie das Bike Friday aus den USA, das neu auf dem deutschen Markt ist.

Bike Friday
Packmaß und Konstruktion des Friday wurden nach dem größten zulässigem Flugkoffer festgelegt. Das Bike Friday ist mit 20-Zoll-Laufrädern ausgestattet, besitzt keine Federung und hat ein größeres Packmaß als das Birdy. Doch wenn man es zerlegt, passt es in einen Koffer, der kleiner ist als der Birdy-Koffer. Bike Fridays werden auf Maß gefertigt, es gibt zudem eine große Auswahl an Varianten: Rennrad ( Rocket Pocket Pro), Reiserad ( New World Tourist/ Pocket Llama) , Crossrad mit Federung ( Pocket Llama/ Gnu) und sogar Tandems (z.B. Traveler Q, das sich auch in 10 min. in ein Solorad umwandeln lässt und den Transport auch von Kindern zulässt). Das günstigste Bike Friday kostet 1460 Euro. Der Clou: Man kann das Bike Friday nicht nur im Koffer verstauen; am Zielort angekommen holt man das Rad aus dem Koffer und verstaut sein sonstiges Gepäck darin. Anschließend kann man den Koffer als Fahrradanhänger verwenden, da dieser über zwei große Rollen verfügt, die sich schnell montieren lassen.

Moulton
Das Moulton aus England kombiniert kleine Laufräder mit einem stabilen vollgefederten Gitterrohrrahmen und bietet dank Federung ausgezeichnete Fahreigenschaften wie ein großes Tourenrad. Wenn es ans Zerlegen geht, kann das Moulton mit den Falträdern nicht mithalten: Es wird in zwei Teile zerlegt, wozu zunächst die Züge mittels Schraubhülse getrennt sowie die zentrale Rahmenschraube mit einem Inbus gelöst werden muss. Es dauert etwa fünf Minuten, um das Moulton in zwei Taschen zu verstauen.

Faltbares Liegerad
Auf der Spezialradmesse in Germersheim haben wir ein faltbares Liegerad entdeckt, das sowohl für sportliche Fahrer als auch für Menschen mit Gleichgewichtsproblemen und Gehbeschränkungen interessant sein dürfte: Das gefederte "TriLite" ist ziemlich kippsicher, da es auf drei Rädern läuft.

So muss man die Füße auch an der Ampel nicht von den Pedalen nehmen. Trotzdem ist das Trilite für ein Liegerad sehr wendig. Man nimmt Platz auf einem gemütlichen Sitz und kann aufgrund des geringen Windwiderstands ein hohes Tempo erreichen. Gefaltet passt es mit den Maßen 80 x 50 x 33 cm in die meisten Kofferräume.

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