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Januar 17th, 2010 at 12:58

Radprofi Kessler nicht mehr in Lebensgefahr

in: Sport

Hamburg (dpa) - Der Gesundheitszustand des Nürnberger Radprofis Matthias Kessler ist nach seinem schweren Trainingsunfall auf Mallorca nach wie vor kritisch. Der 30-Jährige liegt im Son Dureta-Krankenhaus der Insel-Hauptstadt Palma im künstlichen Koma, schwebt aber nicht mehr in Lebensgefahr.

Das bestätigte ein Krankenhaussprecher. Kesslers angereister Vater Karlheinz ist zuversichtlich, dass es seinem Sohn bald besser geht. Den «Nürnberger Nachrichten» sagte er: «Matthias hat einen Schädelbruch erlitten und wurde in der Uni-Klinik sofort operiert. Dabei sind Blutgerinnsel aus dem Gehirn entfernt worden. Die Ärzte sind zuversichtlich, dass er gesund wird». Die Versorgung in der Klinik sei sehr gut und dank eines Dolmetschers könne auch reibungslos mit den Ärzten kommuniziert werden. Der frühere T-Mobile- Profi und Helfer von Jan Ullrich, dessen Doping-Sperre am 26. Juli 2009 abgelaufen war, trainierte seit Monatsbeginn auf der Mittelmeerinsel.

Der Unfall ereignete sich in Algaida etwa in der Inselmitte, als Kessler einer Katze auswich und beim Sturz mit dem Kopf an eine Betonmauer prallte. «Leider hat Matthias keinen Helm getragen», sagte sein Vater, der mit seinem anderen Sohn Andreas aus dem Skiurlaub nach Mallorca gereist war. Matthias Kessler trainierte auf Mallorca zusammen mit seinem ehemaligen Team-Kollegen Andreas Klöden, der für das Armstrong-Team RadioShack fährt.

Kesslers Karriere ist eng mit Ullrich und Klöden verbunden. Bei T- Mobile feierte er 2006 seinen größten Erfolg, nachdem Ullrich wegen Doping Verdachts nicht zum Rennen zugelassen worden war. Kessler gewann die dritte Tour-Etappe in Valkenburg/Niederlande. Danach leistete er wertvolle Hilfe für Klöden, der die Tour de France hinter Oscar Pereiro als Zweiter beendete. Zusammen mit dem Wahlschweizer wechselte Kessler Ende 2006 zu Astana.

Im Juni 2007 wurde bekannt, dass der Nürnberger im April positiv auf Testosteron getestet worden war. Er wurde von seinem Team entlassen und zwei Jahre gesperrt. Nach den Worten seines Vaters sollen sich vor dem Unfall wieder zwei Profi-Teams für den Franken interessiert haben.

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