Autofreie Sonntage im Sommer? Radler und Skater freuen sich. Würden die Bundesbürger auch langfristig auf Bus und Bahn oder gar aufs Fahrrad umsteigen? Das fallen die Reaktionen gespalten aus. Große Teile der Hannoveraner Innenstadt waren vorigen Sonntag zwischen 8 und 20 Uhr für den Autoverkehr geperrt. Auch in anderen Regionen Deutschlands hatten Verbände zum autofreien Sonntag aufgerufen. Anliegern wurde der Sonntag durch Sonderregelungen erleichtert.
Wie wäre es, wenn aus dieser Einmalregelung eine Dauereinrichtung würde? Da zeigen sich die meisten Autofahrer skeptisch, obwohl die hohen Spritpreise gehörig an den Nerven zerren. „Was einen wirklich ärgert, ist die Ohnmacht. Man hat ja keine Möglichkeit sich dagegen zu wehren“, lautet die gehörte Meinung an den Zapfsäulen. Wirklich nicht? Es gibt auch Autofahrer, die bei folgendem Angebot ins Grübeln geraten: Eine Woche Bus und Bahn gratis im Tausch gegen den Autoschlüssel. Nach kurzer telefonischer Rücksprache mit ihrem Ehemann nimmt eine Autofahrerin an der Tankstelle das Angebot an.
Noch konsequenter zeigt sich eine vierköpfige Familie aus Leipzig. Neben Bus und Bahn ist sie aufs Fahrrad umgestiegen. Die jungen Eltern Rico und Jenny haben ihr Auto zu Jahresbeginn verkauft und sparen so 4300 Euro jährlich - reingeholt durch Spritkosten, Versicherung und und Kfz Steuer. „Wenn wir in Urlaub fahren oder große Einkäufe machen, müssen wir öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Und notfalls, wenn es gar nicht anders geht, rufen wir auch mal ein Taxi“, berichtet Mutter Jenny. Verkehrsexperten sind davon überzeugt, dass sich die Mineralölgesellschaften die Tasche auf Kosten der Autofahrer voll machen: „Sie verdienen sich mal wieder goldene Nasen. Der Autofahrer muss es finanzieren“, sagt Auto-Professor Dr. Ferdinand Dudenhöffer.